Datenanalyse · 2021 versus 2026

Landtagswahl 2021 und 2026 im Vergleich

Wie groß waren die Veränderungen in den Zweitstimmenanteilen? Hier stehen amtliche Angaben nebeneinander – mit einem Fokus auf Prozentpunkte, nicht bloß auf Prozent.

Größte Veränderung
+23,0 Pp.

AfD: von 20,8 % auf 43,8 %.

CDU-Veränderung
−19,9 Pp.

Von 37,1 % auf 17,2 %.

Wahlbeteiligung
+17,5 Pp.

Von 60,3 % auf 77,8 %.

Parteianteile und Veränderung

Die Werte beziehen sich in beiden Jahren auf gültige Zweitstimmen. Neue Parteien ohne Vergleichswert werden nicht mit einer fiktiven Null für 2021 gleichgesetzt. Die Änderungswerte werden mit den Angaben des amtlichen Ergebnisportals abgeglichen; bei Freien Wählern weicht die veröffentlichte gerundete Differenz (−2,0 Pp.) rechnerisch geringfügig von 1,2 minus 3,1 (−1,9 Pp.) ab.

Partei20212026ÄnderungStimmen 2026
AfD20,8 %43,8 %+23,0 Pp.575.971
CDU37,1 %17,2 %−19,9 Pp.226.605
SPD8,4 %9,3 %+0,9 Pp.122.296
Grüne5,9 %8,9 %+3,0 Pp.117.494
Die Linke11,0 %8,6 %−2,4 Pp.112.558
BSW—5,3 %nicht vergleichbar69.355
FDP6,4 %2,6 %−3,8 Pp.33.986
Freie Wähler3,1 %1,2 %−2,0 Pp.15.391

Warum Prozentpunkte die richtige Größe sind

Die AfD stieg von 20,8 auf 43,8 Prozent. Das sind 23,0 Prozentpunkte. Die Formulierung „23 Prozent mehr“ wäre unpräzise, weil der relative Zuwachs eine andere Rechenoperation ist: 23,0 geteilt durch 20,8 entspricht rund 110,6 Prozent des Ausgangswertes zusätzlich. In Berichten über Veränderungen von Stimmenanteilen sind Prozentpunkte meist die verständlichere Größe.

Die CDU sank von 37,1 auf 17,2 Prozent. Das sind 19,9 Prozentpunkte weniger. Diese Differenzen beschreiben eine veränderte Stimmenverteilung. Sie verraten für sich genommen nicht, welche einzelnen Wählerinnen und Wähler zwischen Parteien gewechselt haben. Dafür wären etwa belastbare Nachwahlbefragungen oder spezielle Wählerwanderungsmodelle nötig.

Warum zusätzliche Wähler das Bild verändern

Die Zahl der Wählerinnen und Wähler lag 2021 bei 1.079.045 und 2026 bei 1.327.991. Das bedeutet 248.946 zusätzliche abgegebene Wahlteilnahmen, obwohl die Zahl der Wahlberechtigten im selben Zeitraum von 1.788.930 auf 1.706.852 zurückging. Deshalb kann eine Partei zugleich an Stimmenanteil gewinnen und eine andere Anzahl absoluter Stimmen erhalten, als die Prozentzahlen allein vermuten lassen.

Besondere Vergleichsfälle

Das BSW trat bei der Landtagswahl 2021 nicht in derselben Parteikonstellation an; deshalb ist der 2021-Wert in unserer Tabelle bewusst offen. Die FDP fiel von 6,4 auf 2,6 Prozent und war 2026 nicht mehr mit Sitzen im Landtag vertreten. Die GRÜNEN stiegen von 5,9 auf 8,9 Prozent. Diese Zahlen sind beschreibende Befunde, keine politische Bewertung.

So lesen Sie den Vergleich: Erst Anteil und Jahr prüfen, dann die Veränderung in Prozentpunkten betrachten. Aussagen zu Ursachen sollten immer durch zusätzliche Forschung belegt werden.